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Nicola Schudy erhält Leo-Breuer-Förderpreis

Der Landschaftsverband Rheinland, vertreten durch das LVR-LandesMuseum Bonn, hat in Kooperation mit der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung in Bonn die Kölner Künstlerin Nicola Schudy zur diesjährigen Leo Breuer-Preisträgerin gewählt. Der zum zwölften Mal verliehene Leo-Breuer-Förderpreis geht auf eine Initiative der Nachfahren Leo Breuers zurück.

Die feierliche Preisvergabe findet am 20. September 2022 im LVR-LandesMuseum Bonn statt. Am 29. September 2022 eröffnet dann die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung Bonn eine Einzelausstellung mit der Preisträgerin Nicola Schudy.

Die Jury des Preises hat aus über 150 Bewerbungen aus ganz Deutschland und mehreren europäischen Ländern die diesjährige Preisträgerin ermittelt. Der Jury gehörten an: Prof. Dr. Thorsten Valk, Direktor des LVR-LandesMuseums Bonn, Dr. Gabriele Uelsberg und Dirk Ufermann, Vorstandsmitglieder der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Denise Winter, Künstlerin und Leo Breuer-Preisträgerin 2020, sowie Dr. Alexandra Käss, LVR-LandesMuseum Bonn.

Der Leo Breuer-Förderpreis wird 2022 zum zwölften Mal vergeben. Er erinnert an den Bonner Künstler Leo Breuer (1893–1975), der zu den international einflussreichsten rheinischen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört. Leo Breuer war ein großer Netzwerker. Er engagierte sich über viele Jahre hinweg im Vorstand der französischen Künstlergruppe Réalités Nouvelles und hatte immer ein offenes Ohr für junge Künstler und deren Suche nach neuen Formen des Ausdrucks. Der Preis wird an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die – wie Leo Breuer selbst – auf der Basis von konstruktiven gestalterischen Grundsätzen neue Formate entwickeln und in ihrer künstlerischen Präzision kontinuierlich ihren Weg verfolgen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Jury zeichnet in diesem Jahr die Kölner Künstlerin Nicola Schudy aus, deren Interventionen in Räumen und an öffentlichen Orten innerhalb des großen Bewerber*innenfeldes mit ihrer Konsequenz, Präzision und Ausdruckskraft überzeugten.

Schudys Werke gehen immer von der Analyse des Raumes oder Ortes aus, mit dem sie arbeitet. Diese Analyse ist jedoch keineswegs nur als Vermessen von Größen, Formen und Strukturen zu verstehen. Sie zielt vielmehr auf das spezifische Raumerleben, auf das Erspüren räumlicher Gefüge und Situationen, auf die Geschichte und Atmosphäre des Ortes, aber auch auf dessen Irritationen, Störfaktoren und Provisorien.

Schudys Arbeiten gelingen besondere Grenzgänge: zwischen Geometrie, Material und Poetischem ebenso wie zwischen Konstruktion und Dekonstruktion. Bisweilen scheinen bauliche Fragmente in den Raum gestürzt, ein anderes Mal verschieben und verformen sich räumliche Elemente zu irritierenden Kulissen, türmen sich in Ecken, manifestieren sich im Zentrum oder schaffen unerwartete Handlungsorte im leeren Raum.

Schudy trifft damit Aussagen über den vom Menschen gestalteten und gebauten Raum und unser eigenes Empfinden ihm gegenüber. Jede ihrer Installationen sei, so sagt die Künstlerin selbst, „eine eigene Erzählung, in der wir selbst mögliche Protagonisten sind“.

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